Bericht 2020 der Beratungsstelle: Das Jahr war geprägt durch Corona – aber wir machen weiter!

„Total digital“: AWO Kreisverband Kleve forciert Online-Formate in sämtlichen Bereichen

Herzlichen Glückwunsch! Unsere Beratungsstelle feiert dieses Jahr ihren 40. Geburtstag

Jahresbericht der Beratungsstelle

„Wir führten im vergangenen Jahr insgesamt 866 Gespräche mit 558 Personen im Bereich der Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung“, berichtete jetzt Nicole Saat, Leiterin der Beratungsstelle. 2018 seien 204 Frauen in die Räumlichkeiten an der Lindenallee in Kleve gekommen, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdachten, darunter 9 Minderjährige.

In unserer Beratungsstelle: WDR dreht Beitrag für Aktuelle Stunde

Im Zuge des seit dem 28. Januar 2019 vorliegenden Gesetzesentwurfs zur Reform des §219a StGB hat ein Redaktionsteam des WDR Düsseldorf am 29. Januar einen Beitrag in der AWO-Beratungsstelle gedreht und Leiterin Nicole Saat zu der Kompromiss-Lösung interviewt: „Frauen in Deutschland haben ein Recht auf vollständige und aus einer Hand verfügbare, medizinische Informationen, um eine für sie sinnvolle Entscheidung treffen zu können“, betont Saat.

Weiteres Interview-Thema: Der im Entwurf verankerte Vorschlag, dass Kosten für Verhütungsmittel nur bis zu einem Alter der Frauen bis 22 Jahre von den Krankenkassen übernommen werden. Die AWO hierzu: „Die Pille sollte generell für einkommensarme Frauen bezahlt werden, unabhängig vom Alter.“

Hier ist der komplette Beitrag zu streamen, Beratungsstelle: ab Minute 1:43 (WDR, Aktuelle Stunde vom 29.01.2019).

 

Bilanz der AWO-Aktionswoche im Kreis Kleve: Echtes Engagement und echte Vielfalt!

Auch im Kreis Kleve beteiligten sich diverse Einrichtungen an der Aktionswoche: „Echtes Engagement. Echte Vielfalt. Echt AWO“, die bundesweit vom 16. bis 24. Juni stattfand. Wir zogen eine Bilanz.

AWO-Aktionswoche im Juni: „Echtes Engagement. Echte Vielfalt. Echt AWO.“

Unter dem Motto „Echtes Engagement. Echte Vielfalt. Echt AWO.“ steht die Aktionswoche, die die AWO auch im Kreis Kleve vom 16. bis 24. Juni durchführt, um auf die vielfältigen Angebote aufmerksam zu machen. „Im gesamten Kreisgebiet beteiligen sich zahlreiche Einrichtungen – von Kitas über unsere Beratungsstellen bis hin zu den Ortsvereinen und der Kindertagespflege – mit Tagen der offenen Tür“, verrät Marion Kurth. Somit solle die engagierte soziale Arbeit präsentiert und Menschen weiter auf den Verband neugierig gemacht werden. „Wir möchten zeigen, dass wir als AWO Wert auf unsere Traditionen legen, zugleich aber modern, lebendig, innovativ, dynamisch und vielseitig sind“, fügt die AWO-Geschäftsführerin hinzu.

Die Tage der offenen Tür im Einzelnen:

  • 16. Juni, Kita Ös Hött, Feldstraße 37, Issum-Sevelen
  • 16. Juni, 11 bis 15 Uhr, Kita Storchennest, Grabenstraße 1, Kranenburg
  • 21. Juni, ab 14.30 Uhr, Ortsverein Straelen, Annastraße 4, Straelen
  • 21. Juni, 10 bis 14 Uhr, Erwerbslosen- und Flüchtlingsberatung, Frauenhaus, Schwangerschaftsberatung, Lindenallee 23, Kleve
  • 22. Juni, 14.30 bis 16.30 Uhr, Kindertagespflege, Wankumer Straße 8, Wachtendonk
  • 22. Juni, 14 bis 18 Uhr, Kita Zwergenland und Ortsverein Rheurdt, Schulweg 6, Rheurdt

Neue Broschüre mit AWO-Beratungsangeboten

Druckfrisch ist jetzt eine neue AWO-Broschüre erschienen mit den aktuellen Beratungsangeboten des Kreisverbands. Kurz und knackig auf den Punkt gebracht stellen sich die Schwangerschaftsberatungsstelle, die Erwerbslosen- und Flüchtlingsberatung, das Frauenhaus sowie unsere Hilfen zur Erziehung vor. Auf der letzten Seite sind zudem übersichtlich die Leitsätze der AWO einzusehen.

Broschüre Beratungsangebote

Beim „großen Liebesspiel“: „Mini-Vibratoren“ treten gegen „Pummeleinhörner“ an

Schnell sind sich die Viertklässler der Montessorischule Kleve einig: Die Jungs-Gruppe soll „Mini-Vibratoren“ heißen, die Mädels möchten „Pummeleinhörner“ sein. Dann kann’s ja starten, das „große Liebesspiel“!

Andrea Twele von der AWO-Beratungsstelle hatte jetzt die Kinder im Rahmen der Sexualerziehung in der Grundschule besucht und mit ihnen anhand eines interaktiven Spiels anschaulich die Themen Entstehung, Entwicklung und auch Verhütung einer Schwangerschaft sowie Pubertät, Liebe und Freundschaft besprochen. „Für Grundschulkinder sind Aspekte wie Liebe und Freundschaft, Achtung, Wertschätzung und Toleranz wichtige Themen“, weiß die Sozialpädagogin. Ein offener Umgang mit allen Facetten diese Themenkomplexes unterstütze die Entwicklung eines stabilen und positiven Selbstbildes und fördere eine bewusste Auseinandersetzung mit der Sexualität.

Beim großen Liebesspiel sind gerade die „Pummeleinhörner“ an der Reihe, sie sollen vier Merkmale ihres Traummannes zu benennen. Malak zögert nicht lange: „Er darf keinen Bart haben und auch keine Pickel.“ Elvira ergänzt: „Außerdem muss er ehrlich sein, ich muss ihm vertrauen können.“ Aufgabe gelöst, die Punkte sind den Mädels sicher. Jetzt müssen die „Mini-Vibratoren“ schauspielerisch tätig werden: „Ich zeige Euch Begriffe rund um das Thema Liebe, diese sollt Ihr pantomimisch darstellen“, weist Andrea Twele die Jungs an. Dawid stopft sich beherzt den Daumen in den Mund und fängt an zu saugen. „Säugling“, sind sich seine Mitstreiter schnell einig. Max bricht in stille Tränen aus, reibt sich die Augen, dann legt er die Hand auf sein Herz. „Das ist sicher Liebeskummer“, vermuten seine Team-Kollegen. Aufgabe bestanden!

Etwas schwerer tun sich die Schüler mit der Frage, bis zu welchem Alter eine Frau schwanger werden und ein Mann Kinder zeugen kann. Twele gibt drei Möglichkeiten vor: Bis die Frau in die Wechseljahre kommt – der Mann sein Leben lang? Oder bis sie maximal zehn Kinder hat, weil dann die Gebärmutter aufgebraucht ist? Oder aber bis Mann und Frau 70 Jahre alt sind? „Mini-Vibratoren“ und „Pummeleinhörner“ beraten sich gegenseitig, es kommt zu einer Abstimmung: „Eine Frau kann höchstens zehn Kinder kriegen, dann ist die Gebärmutter abgenutzt“, sind sie sich schließlich sicher. Twele schüttelt den Kopf: „Nein, die Antwort mit den Wechseljahren ist die richtige“, klärt sie auf. Diese begännen bei der Frau mit rund 50-55 Jahren.

„Ist der Schwangerschaftstest positiv?“

Große Freude haben die Viertklässler bei der Aufgabe, Gegenstände aus einem Beutel zu ziehen, sie zu benennen und ihre Funktion zu erläutern. Zum Vorschein kommen Windel, Tampon, Schnuller, eine Pillenpackung sowie ein Schwangerschaftstest. „Ist der positiv?“, möchte Samira wissen. Andrea Twele lacht: „Nein, den haben wir in der Beratungsstelle unter den Wasserhahn gehalten, unser Wasser ist nicht schwanger“, sagt sie.

Schöner Abschluss: Die Schüler sollen eine Liebesgeschichte erzählen – aber jedes Kind nur einen Satz, am Schluss soll sich das Pärchen lieben. Geradezu filmreif ist die Geschichte der „Mini-Vibratoren“: Hanna und Hannes treffen sich in Venedig, gondeln durch die Stadt, umarmen sich, gehen später ins Schlafzimmer. Max ist an der Reihe, er muss den letzten Satz formulieren: „Sie liebten sich mit zwei Kindern bis ans Ende ihres Lebens.“

Die präventive Arbeit an Schulen ist übrigens eine bedeutende Säule der Beratungsstelle: Seit 14 Jahren werden sexualpädagogische Schulprojekte durchgeführt, im Jahr 2017 erreichten die Beraterinnen rund 980 Kinder und Jugendliche. Das zwei- / wahlweise dreistündige Angebot ist kostenfrei.

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