Kinderyoga in der OGS: Wann machen wir endlich das mit dem ‘Om’?

15 Uhr an der Montessorischule in Kleve, endlich sind die Hausaufgaben erledigt. Samira, Paulina, Juline, Lelan und Antonia können es kaum erwarten, in ihren Gruppenraum des Offenen Ganztags zu stürmen und sich eine Yogamatte zu krallen. Die Viertklässlerinnen nehmen zurzeit im Rahmen der OGS an einem Yoga-Kurs teil, den das Familienbildungswerk der AWO organisiert hat. „Kinder stecken voller Energie und Fantasie, sind verspielt und lachen gerne, sie brauchen Freiraum – aber zunehmend auch Ruhe, gerade nach einem anstrengenden Schul-Vormittag“, weiß Sabine Bludau. Beim Kinderyoga soll die Freude an der Bewegung gefördert werden – „ausdrücklich ohne Leistungsdruck und Perfektion“, betont die Yoga-Trainerin.

„Yoga ist gut für die Pubertät“

Die 45 Minuten starten mit Aufwärmübungen, etwa dem Knie-Hebelauf, es folgen Gleichgewichts- und Dehnübungen. „Wann machen wir das denn endlich mit dem ‚Om‘?“, möchte Samira wissen. Bludau schmunzelt: „Das Om, der seit vielen Jahrtausenden verwendete Klang, der Körper, Geist und Seele zur Harmonie führen soll, ist gerade auch für Kinder sehr wichtig“, erläutert sie. Tatsächlich praktizieren Samira und ihre Freundinnen das „Om“ in absoluter Versunkenheit, Andacht und Selbstbesinnung. Paulina (11) öffnet langsam die Augen: „Yoga ist gut für die Pubertät, zum Runterkommen“, weiß das Mädchen.

Die Yoga-Stellungen verpackt Bludau in kindgerechte Geschichten, etwa den Sonnengruß („Wir sagen dem Himmel Guten Tag“), den herabschauenden Hund („Wir spüren Mutter Erde“), die Kobra. Hoch konzentriert sind und bleiben die Mädchen bei der Sache. „Falls indes die Achtsamkeit mal nachlässt, wechsle ich sofort zu einer anderen Übung“, erläutert Bludau. Individuell gehe sie ganz auf die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Kinder ein und reagiere sofort.

Zwischendurch möchte Antonia (9) wissen: „Dürfen wir uns jetzt gegenseitig den Rücken massieren…?“ Bludau nickt: „Gerne!“ Die Kinder wählen einen Partner – kneten sich vorsichtig durch, genießen das Gefühl, die Ruhe, die Entspannung.

Zum Abschluss nimmt die Yoga-Trainerin die Kinder mit auf eine Traumreise mit dem Schutzengelchen: „Dies regt die Phantasie und Vorstellungskraft an – und hilft, neue Energie zu schöpfen.“ Bevor die Kinder sanft einschlummern können, holt das Ende der Betreuungszeit sie auf den Boden der Yoga-Matte in der orangefarbenen Gruppe zurück: „Schade, ich war kurz vorm Einschlafen“, bedauert Paulina, „morgen möchte ich das gerne schaffen!“

Infos zu Yoga-Kursen für Kinder: AWO-Familienbildungswerk, Thaerstraße 21, 47533 Kleve, Telefon: 02821 / 836 3229, Mail: awo-fbw@awo-kreiskleve.de (Monika Köpping)